GIRO CASA

Wir haben die Koffer noch nicht ausgepackt, da sehen wir sie schon wieder vor unserem geistigen Auge.Home_Impressionen

Einmal mehr hockt sie in der Ecke und grinst und winkt. Als ob es nicht andere Probleme gäbe, suchen wir schon wieder nach den nächsten Flügen….

Mein Italienisch ist grauenhaft, und die Antworten auf meine Immobilienanfragen sind mehr als zahlreich. Alles habe ich abgegrast, was auch nur andeutungsweise an Immobilienangeboten zu finden war, und die Resonanz war umwerfend.
Ebenso umwerfend ist dann eben im März auch unser Zeitplan. „Per Fortuna“ dürfen wir auch diesmal wieder in der „Villa Marza“ wohnen und so auch Bekannte aus dem Februar wiedersehen. Inklusive der kleinen Crèmli, die mich glauben macht, sie freue sich über unseren Besuch.

Kaum in der Villa angekommen geht es am Donnerstag Nachmittag los zur ersten Etappe unseres „Giro Casa“. Wir sehen schöne Häuser und weniger schöne. Doch wir treffen immer auf freundliche und humorige Menschen. Am Abend sind wir völlig ausgelaugt und kriechen zurück in unser schönes Domizil in der „Via della Malva“. Crèmli kommt zum Abendessen, und darüber freue ich mich.

Das „Centro Commerciale“ in der „Viale Kennedy“ kennen wir bereits seit Februar und haben es ganz heimlich zu unserem persönlichen Orientierungspunkt gemacht. Hier geht’s dann auch am Freitag in der Früh nach einem herrlichen Cappuccino wieder los zur zweiten Etappe.
Und am Nachmittag zu einer weiteren…
Und am Samstag Morgen zu noch einer…
Wir sind völlig am Ende!

Die für den Samstag Nachmittag geplanten Besichtigungen müssen kurzfristig auf den Sonntag Vormittag umgebucht werden.
„Machen wir“, sagen wir in unserer Erschöpfung und stehen plötzlich vor einem freien Nachmittag. Einmal mehr kriechen wir zur „Villa Marza“ zurück und füttern Crèmli.
Und da uns unser eigener Hunger ebenso überfällt wie unsere Unternehmungslust fahren wir weiter nach Osten. Nach Marzamemi.

raf_marzamemi

Am Sonntagmorgen geht es dann wieder los.
Sind wir uns sicher? Wollen wir hier ein Haus kaufen? Was haben wir bereits gesehen? Was hat uns gefallen? Was können wir uns tatsächlich leisten? Wollen wir das wirklich? Ist dieser „Giro Casa“ nur ein Zeitvertreib? Wie Golf spielen?
Wieder treffen wir wunderbare Menschen, dürfen ihre Häuser betreten, Einblick in ihre Privatsphäre nehmen.
Dann passiert etwas seltsames.
„Ich will das Haus von gestern nochmal sehen“, sagt mein Mann.
Auf der Liste für heute stehen noch mindestens zehn Häuser – ich bin völlig verdattert. Der Zeitplan …. „Welches von gestern?“ frage ich.
Am Sonntag gegen Mittag wird der Besitzer aus seinem „Pranzo“ gerissen, und so stehen wir nochmals im Hof eben jenes Hauses.
Ich sehe das Leuchten in den Augen meines Mannes. Ich gebe dem Verkäufer die Hand und sage in meinem schlechten Italienisch: “ Ich weiß, der Preis ist gut. Aber ich brauche einen besseren.“
Den bekomme ich dann auch.
Einmal mehr haben wir einen freien Nachmittag und obendrein viele Träume für die Zukunft.