Reif auf den Feldern?

Reif adF Titelbild
Reif für die Insel!

Da unten kann man sie schon sehen. Wir kommen mit Flug 8886, und an diesem Vormittag liegt die Nordostküste der Insel im Meer wie ein hungriger Dinosaurier. Der Berg aller Berge hüllt sich verschämt in dicke Wolken, aber wir freuen uns dennoch auf ihn. Tatsächlich aber krabbelt der Mietwagen auf unserem Weg zum Hotel eher unbedacht die einstigen Lavafelder hinauf, wir nehmen Seine Majestät gar nicht so recht wahr – der Trubel des Samstagvormittags nimmt uns zu sehr in Anspruch.

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Die Insel zeigt sich dieser Tage von ihrer schönsten Winterseite. Im Süden sind die Wiesen so grün und von Blüten übersät, dass ich mir wünschte, meine Pferde könnten hier grasen.

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Nur wenige andere Besucher kreuzen unseren Weg im Valle dei Templi. Kultur pur ohne Gedränge.

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Beflügelt von antiken Visionen schubsen wir unseren Leihwagen nach Osten, genießen Sonne und Meer…

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Das „Anima e Cozze“ präsentiert sich modern und weiträumig, die Speisekarte ist eine Wucht. Hier und heute gibt es allerdings ein festes Silvestermenü mit 10 (Ja, ja… ZEHN!!!) Gängen, und wir tun gut daran, bereits beim ersten Gang ein Fitzelchen übrig zu lassen. Nicht, weil es schlecht geschmeckt hätte! Beileibe nicht! Aber selbst angesichts immer größer werdender „Anstandsbissen“ auf den Tellern hätte man uns schon nach dem fünften Gang zur Tür hinaus kugeln können. Aber wir halten tapfer durch. Ausgerechnet heute ist das Timing ein wenig aus den Fugen geraten, es bimmelt schon Mitternacht, da wird grade mal der letzte Gang aufgetragen, und die Sektgläser sind auch noch nicht alle gefüllt. Doch das tut der grandiosen Stimmung keinen Abbruch! „SALUTE 2015!!!“ Wir stoßen mit wildfremden Menschen an, deren Sprache wir nicht verstehen. Wir bedanken uns überschwänglich beim doch sehr geforderten Personal… dann kugeln wir rundbäuchig die Straße hinunter zu unserem Wagen.

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Auf dem Rückweg zu unserem Hotel purzeln wir durch Zufall in ein Städtchen namens Ragallna und dort – auch durch Zufall – in ein wunderbares Restaurant. Hier ist vom Winter des Montagna nichts zu sehen.

raf_ziegen_ragallnaAm 2. Januar fahren wir nochmals an die Nordküste. Im Landesinnern liegt Schnee auf den Bergen, tatsächlich schneit es auch in den Hängen über Cefalù einmal derart heftig, dass unsere jüngeren Freunde dort Fotos machen, weil sie so etwas bisher noch nicht gesehen hatten.
Besagte Freunde besitzen übrigens ein kleines Stadthäuschen in San Nicola (Trabia), dessen Appartements wir Ihnen für einen Urlaub nur empfehlen können. Das Casa Vacanze Solemare wurde von Grund auf renoviert und mit modernem Charme eingerichtet. Zum Strand sind es grade mal 50 m, alle öffentlichen Verkehrsmittel wie auch alle Geschäfte des täglichen Bedarfs erreichen Sie zu Fuß in 5 bis 10 Minuten. Suchen Sie auf „booking.com“ nach dem „Casa Vacanze Solemare„. Sie werden den bisher hervorragenden Beurteilungen sicherlich zustimmen.

Am Samstag müssen wir wieder zurück nach Deutschland. Als wir am Freitag spät am Abend ins Hotel kommen, erfahren wir, Seine Majestät hätte gehustet. Fontanarossa war deswegen den ganzen Freitag gesperrt. Hoffnung keimt in mir auf. Wird unser Flug am Samstag wohl gestrichen? Dem ist leider nicht so, erfahren wir beim Frühstück. Wir genießen den Caffè und schleppen uns zum Wagen.
Die harten Jungs, die heute eine Schneeschuhwanderung bis zum Krater hinauf machen wollen, sind bereits vor Stunden aufgebrochen.
Ob wir sie wiedersehen?
A proposità! Lust auf „Vulkankultour„? Es muss ja nicht immer der Aetna sein. Falls aber doch… Am besten lassen Sie sich im „Alle Pendici“ oder dem „La Giara“ einquartieren.